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Die Sache mit der Crowdfinanzierung

Puppentheater Marco Vollmann
Veröffentlicht von PTVollmann in Theater-News · 10 Juli 2020
Tags: PuppentheaterCrowdfinanzierungPayPalSteadyPatreon
Aus der Musikbranche, von Influencern oder Youtubern kennt man es längst:
die sogenannte Crowdfinanzierung (oder auf deutsch Schwarmfinanzierung).



Seit wir freiberuflichen Künstler und Soloselbstständige in der Coronakrise merken mussten, wie von Heute auf Morgen, von Jetzt auf Gleich Alles wegbrechen kann, obwohl man gut bis sehr gut im Geschäft steht und volle Terminkalender hat, und man von öffentlicher Seite eigentlich eher sitzen- oder besser fallengelassen wird, haben einige von uns den schweren Schritt gewagt, und ihre Fans und Freude um Unterstützung gebeten.

In der Zeit der Krise hilft uns das, mehr oder weniger über die Runden zu kommen, ob wir nun Grundsicherung bekommen oder, wie Viele von uns, nicht. Nach (ja, ich bin voller Hoffnung!) der schwierigen Zeit, kann es unsere Arbeit ein kleines Stückchen sicherer machen, ein zweites, wenn auch kleines, Standbeinchen sein, vielleicht neue Arbeiten, Inszenierungen oder Projekte ermöglichen.

Nun haben wir Puppenspieler keine Masse an Fans, in den sozialen Medien keine Tausende oder gar Millionen Follower, aber gute und treue Freunde unseres Schaffens, ohne die Vieles nicht möglich wäre. Deren Wohlwollen und Unterstützung erleben wir immer wieder, wofür ich an dieser Stelle mal danken möchte.

Möglichkeiten und Plattformen für die Finanzierung gibt es viele: Patreon, PayPAl, 99Funken, Steady usw..
Ich selbst habe mich für die in Berlin ansässige Firma Steady entschieden, u.a. weil auf der Seite alles im verständlichen Deutsch beschrieben ist, und so für alle Beteiligten ein großes Maß an Sicherheit erreicht wird.

Für mich war/ ist alles noch neu. Ein paar Wochen handtiere ich nun damit und habe schon einige Erkenntnisse sammeln können, die ich hier mal auflisten möchte:

Vorteile der Crowdfinanzierung sind:
  • Je nach gewähltem Portal sind mehrere Zahlungsmethoden möglich. (Außer PayPal, kann auch über Kreditkarte oder gar Einzug gezahlt werden.)
  • Man kann Nutzer erreichen, die das eigene Theater (noch) nicht kennen, sich aber über das Portal über unterstützungswürdige Projekte informieren.
  • Je nach Plattform, kann der Projektbetreiber den Unterstützern entsprechende Vergünstigungen oder Zugang zu verborgenen Inhalten anbieten, was vielleicht die einzige Gegenleistung darstellt, weil freiberufliche Theater ja keine Spendenquittung ausstellen dürfen.
  • Die Unterstützerpakete können eine Richtschnur für den Unterstützer sein.
  • Die gesamte Zahlungsabwicklung von der Spende hin zum Projektbetreiber wird vom Portal abgewickelt und auch abgesichert.

Nachteile sind:
  • Der/die Unterstützungswillige muss sich bei der Plattform anmelden.
  • Nicht der gesamte gespendetete Betrag kommt beim Projekt an. Natürlich berechnet das Portal für die Infrastruktur und den Service einen Anteil. Das ist bei Steady pauschal 10% des Betrages. Wenn zum Beispiel über PayPal gezahlt wird, behält auch PayPal eine Gebühr. So kommen beispielsweise von 20,- Euro Spende letztendlich nur 13,60 Euro beim Projekt, respektive bei mir an.
  • Bei Steady wird nur einmal im Monat eine Gesamtsumme aller Unterstützer an das Projekt ausgezahlt.

Möchte man nun die Abzüge reduzieren, um das Projekt größtmöglich zu unterstützen, was ja verständlich ist, kann man, wenn bekannt, direkt auf das Konto des Theaters überweisen oder über PayPal spenden. (Bei mir gibt es in der Fußleiste der Website einen entsprechenden Button.) Und wenn man, weil es sich ja sowieso nicht um einen Kauf handelt und demnach auch ein Käuferschutz nicht zwingend erforderlich ist, an den Künstler privat überweist, erhebt PayPal nicht mal eine Gebühr.

Es gibt also Fürs und Widers (Gibt es dafür eigentlich einen Plural oder mehrere Plurals?).
Bedauerlicherweise ist Kunst und Kultur anscheinend ... nein, in jüngsten Tagen erwiesenermaßen so wenig wichtig, dass wir leider auf private Unterstützer angewiesen sind.

Ganz herzlichen Dank für jedes Liken, Teilen, Kommentieren und jede Hilfe.

Wir sehen uns hoffentlich bald wieder.





(c) Puppentheater Marco Vollmann
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