18 Mai

eine Frage des Anstandes

Oh, heute wage ich mich mal auf’s Glatteis. Natürlich nur sprichwörtlich, denn ich spreche mal ein ganz unliebsames Thema an:

Anstand.

Ja, den Begriff gibt es noch, auch wenn man ihn nur noch selten hört.

Dass man ins Puppentheater nicht mit Kaffee, Kuchen, Nudelsalat, Popcorn oder Haustieren geht, darüber hab ich mich schon mal ausgelassen. Für solche Unternehmungen ist ein Theater, wenn auch eins mit Figuren, nicht geeignet.

Heute möchte ich etwas anderes ansprechen. Von einigen Kollegen hab ich kürzlich ähnliche Begebenheiten gelesen, so dass ich der Meinung bin, dass man vielleicht mal grundsätzlich was dazu sagen muss.

Beispiel 1
Letztens gab ich eine jener „Schönwetter-Vorstellungen“, also eine, zu denen, aufgrund des endlich eintretenden Sonnenscheins, nur zwei Familien kamen. In der ersten Reihe eine Mutti mit zwei Kindern, in der zweiten eine Oma mit Enkel. Es gibt Theater, die bei der Situation, die Vorstellung ausfallen lassen.
Ich spielte, und zwar eine meiner besten Inszenierungen: „Hase und Igel“, eine ziemlich emotionale Aufführung, gespielt in offener Form mit Tischfiguren. Dabei spiele ich u.a. zu selbst eingespielter Musik live Gitarre, Mundharmonika, und singe.

Was musste ich aus den Augenwinkeln beobachten? Die Mutti in der ersten Reihe hatte gleich nach den ersten Minuten der Vorstellung ihr Smartphone in der Hand und war Minutenlang beschäftigt- starrte fortwährend aufs Display und schenkte der künstlerischen Darbietung auf der offenen Bühne keinerlei Beachtung.

Erst ein geschickt ins Spiel eingebaute „HANDY AUS!“ ließ sie merken, dass ihr Verhalten unangebracht ist, und sie legte es weg.

Beispiel 2
Zur heutigen Vorstellung waren u.a. mehrere Schülergruppen angemeldet. Die erste kam mit gutem Timing etwa zehn Minuten nach der Öffnung des Theaters, so dass sich die Kinder gut auf die Situation im Theater einstellen konnten. Dann kamen noch andere Privatpersonen. Die letzte Gruppe ließ auf sich warten. Kontrollblick auf’s Handy… nichts, keine Nachricht. Also bat ich die Anwesenden um Geduld, um auf die Gruppe mit immerhin 18 Personen, u.a. mit Rollstühlen, zu warten, denn wenn die kommen, wenn die Vorstellung schon läuft, ist an ein unkompliziertes Eintreten nicht zu denken.
Nach einigen Minuten des vergeblichen Wartens, gab ich auf und begann verspätet mit der Vorstellung.

Nun kann sicher immer etwas dazwischen kommen, wenn man mit einer Gruppe in ein Theater fahren will. Das ist unbenommen und vollkommen nachvollziehbar. Aber dann erwartet man doch wenigstens eine Nachricht.

Warum? Weil es zum Anstand gehört, den Partner nicht unnütz warten zu lassen.

In dem Zusammenhang möchte ich den anderen tausenden kleinen und großen Besuchern danken, die ich in den mehr als 13 Jahren erleben durfte, und mit denen es wirklich großen Spaß macht.

Vielen Dank.

28 Apr

Vorstellungen letztes April-WE fallen aus

Aufgrund eines tätlichen Angriffs auf meine Person am heutigen Freitag Nachmittag ist es mir leider unmöglich gemacht worden, die Vorstellungen am 29. und 30.April zu spielen. Ich muss sie deshalb leider absagen.

Über die kommende Woche werden die entstandenen Probleme wohl abgeklungen und verheilt sein, und ich kann hoffentlich auch den Kiefer wieder richtig nutzen, was ja beim Sprechen sehr vorteilhaft ist. 😉

Es tut mir leid, eine Vorstellung abzusagen, tut mir immer unendlich weh.

Ich hoffe auf Ihr Verständnis.

Marco Vollmann